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Das Ritzen

In dir ein grausamer Schmerz. Trauer, Zorn, Hass und ein Gefühl der Leere hat sich angestaut. Andere gehen zu ihren Freunden und reden darüber. Über all die Problem, die sie haben und hatten. Streit mit den Eltern. Enttäuscht von einem guten Freund. Stress in der Schule - ein zu großer Druck. Du fühlst dich ausgenutzt, benutzt und beschmutzt. Was hast du denen getan? Was hast du falsch gemacht. Du suchst die Schuld nur bei dir. Bekommst von anderen noch gesagt, wie sch*** du doch bist. Das steigert dein Selbstwertgefühl natürlich auch nicht sonderlich. Du bist echt davon überzeugt, dass du an allem selber schuld bist. Du beginnst dich selber zu hassen. Du bist nichts. Anderen nur im Weg. Was sollst du sie mit deinen jämmerlichen Problemen belästigen? Es interessiert sie ja doch nicht. Da mimst vor ihnen lieber die Glückliche. Stets am lächeln und immer für einen Spaß zu haben.

Doch irgendwas musst du gegen den Schmerz, gegen all die Verletzungen in dir drinnen tun. Und dann noch der Hass gegen dich selbst, der immer größer wird. Du suchst nach einem Ventil. Dampf ablassen. Das ist es, was du unbedingt brauchst. Aber wie? Jemanden verprügeln. Nein, das geht nicht. Einfach reden. Nein du willst doch niemanden belästigen. Was dann? Es muss doch eine Möglichkeit geben. Du siehst in einen Spiegel. Siehst dein jämmerliches ICH. Du tust dir selbst so unendlich leid. Wie sind sie doch alles böse zu dir. Doch im selben Moment weißt du, dass die anderen nichts dazu können. Sie wissen doch nicht, dass es dir so dreckig geht. Du hast ihnen ja nie was gesagt. Und hellsehen können sie nunmal nicht. Das kannst du echt nicht verlangen. Doch du bist auch enttäuscht. Keiner merkt, dass du dich verstellst. Sie scheinen dich nicht richtig zu kennen. Doch willst du, dass sie dich wirklich kennen? Dein wahres ICH sehen? So arm und klein. Was bist du schon für eine jämmerliche Person. Dein Hass gegen dich selbst steigt weiter. Vielleicht solltest du den anderen doch deine Gefühle zeigen. Aber wie? Werden sie es verstehen, wenn du nur redest. Außerdem kannst du es nicht in Worte fassen. Können Worte allein beschreiben, wie du dich fühlst?

Da kommt dir eine Idee. Du nimmst dir ein Messer und setzt es an deinen Arm. Du drückst und ziehst durch. Erst hast du nur einen Abdruck in der Haut. Nochmals setzt du an. Du spürst wie deine Haut reißt. Es brennt. Langsam tritt Blut aus dem Schnitt. In dem Moment, als du das Blut siehst, spürst du eine angenehme Erleichterung. Es tut richtig gut. Das Brennen. Das Blut. Ein grinsen huscht dir übers Gesicht und du setzt das Messer von neuem an. Noch ein Schnitt. Und noch einer. Das tut richtig gut. Du fühlst dich irgendwie besser. Das hättest du niemals gedacht. Du betrachtest deinen Arm. Drei Blutende Schnitte. Was hast du getan?! Bist du das wirklich? Du bist verwirrt. Wie konntest du das tun. Du bist so dumm! Wieder flammt der Hass gegen dich selbst auf. Und um ihn zu lindern setzt du das Messer noch einmal an. Dann packst du es weg.

Du schämst dich für das, was du da gerade getan hast. Doch der Gedanke an das erleichternde Gefühl überwiegt. Es befriedigt dich, das Blut zu sehn. Du würdest deinen Arm am liebsten so zurichten, wie wohl auch deine Seele aussieht. Voller Narben und Blut.

Natürlich bleibt es nicht bei dem einen Mal. Erst machst du es nur, wen es dir gerade besonders schlecht geht. Doch dann wird es öfter. Du machst es täglich. Du sitzt in der Schule und freust dich auf zu Hause, weil dann endlich wieder zum Messer greifen kannst. Doch ein paar kleine Schnitte reichen bald nicht mehr aus. Es werden mehr und sie werden größer und tiefer.

Vor deinen Freunden und allen andere versteckst du das natürlich. Du willst nicht, dass es irgend jemand erfährt. Wie würden die reagieren. Die würden dich doch für psychisch krank halten. Dich zum Psychiater schlörn und wer weiß was noch. Oder sie wollen nichts mehr mit dir zu tun haben. Weil sie nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Vor ihnen verstellst du dich weiter. Du trägst nurnoch langärmlige Oberteile, damit bloß niemand etwas sieht. Hilfe von denen willst du jetzt nicht mehr. Jedenfalls redest du dir das an. Du unterdrückst den Gedanken ihnen die Schnitte doch mal zufällig zu zeigen. Einfach um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Nein, das ist nun echt nicht der richtige Weg.

Langsam aber sicher, auch wenn du es nicht merkst, wird das RITZEN zu einer Sucht. Du kannst nicht mehr ohne. Du nimmst jede Gelegenheit wahr um es zu tun. Die Schnitte werden immer tiefer. Die Narben bleiben für immer. Dass sie dich später mal stören würdest, daran denkst du nicht einmal. Und wenn du doch mal die Pulsader erwischst?! Tja, dann hast du halt Pech gehabt. Wirklich stören tut dich das nicht.

Einiges hat sich in letzter Zeit um dich geändert. Du bist weniger mit deinen Freunden zusammen. Willst meist allein sein. Und du hast etwas verlernt, was dir aber erst gar nicht so auffällt. Das Weinen. Bei jedem schlechten Gefühl, das du in der letzten Zeit gespürt hast, hast du zum Messer gegriffen. Geweint hast du nicht einmal. Doch du merkst das alles gar nicht richtig. Und wenn doch, dass stört es dich nicht sonderlich.

So geht es weiter. Du bist in einen Kreislauf aus Selbsthass, Schmerz und Selbstverletzung geraten.

Ob, wann und wie du da wieder herausfindest weißt du nicht. Das bedarf wohl einem glücklichen Zufall und der Unterstützung von deinen Freunden und deiner Familie. Wenn von denen nur einer quer schießt und dir nicht hilft dein Selbstvertrauen wieder aufzubauen, dann wird es schon schwerer. Denn wenn du dir selbst zutraust, dass du es schaffst damit aufzuhören, dann wird es schon ein ganzes Stück leichter.




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